Dienstag, 21. Februar 2017

[Rezi] Club der letzten Wünsche von Tamy Fabienne Tiede

Buchinfos:
ISBN: 9783492309844
Seiten: 288
Format: Taschenbuch
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 01.02.2017
Preis: 9,99  € (D) Kaufen

Klappentext:
Die Gewinnerin des diesjährigen Piper-Awards auf Wattpad
»Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich im Kindergarten Würmer gegessen und anderen Kindern meine Schippe über den Schädel gezogen, und jetzt lag ich in einem Krankenhaus mit einem Tumor in meiner Lunge.« Jesslyn wird sterben. Aber nicht, bevor sie nicht unter freiem Himmel geschlafen, das Meer gesehen, sich verewigt hat. Und nicht, bevor sie nicht die ganz, ganz große Liebe getroffen hat. Gemeinsam mit ihren Freunden erfüllt sich Jesslyn ihre letzten großen Wünsche.
Quelle

 
Club der letzten Wünsche, ein sehr aussagekräftiger Titel, der mich sogleich angesprochen hat.  Der erste Satz lautet: Ich wünschte mir, die Sonnenstrahlen könnten meine Eingeweide wärmen. Klingt etwas strange, aber ich mag so etwas. Meine Erwartungen waren, vor allem eine emotionale Geschichte zu lesen, die mich bewegt. Leider konnte dies das Buch nicht ganz schaffen.

Ich bin eine abstoßende Ruine, der klägliche Rest meiner Selbst, 
der immer mehr in sich zusammenfällt. 
Seite. 41

Cover und Titel finde ich passend und schön. Beides harmoniert gut miteinander. Und durch die Farbwahl hat es für mich etwas leichtes und wirkt nicht so drückend. Bei jedem neuen Kapitel befinden sich Sterne, sowie der auf dem Cover.

Zum Inhalt: Jesslyn ist erst 19 Jahre alt, weiß aber, ihr Leben hat ein Verfallsdatum. Ein Datum, das immer näher rückt. So kommt es, dass sie und ihr Bruder eine Liste schreiben. Mit lauter Dingen, die sie noch erleben will.  Doch dies ist gar nicht so leicht, wenn man kaum atmen kann und die Metastasen einen zerfressen. Ob sie es schafft, alle Punkte abzuhacken?


Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Jesslyn. Hin und wieder wechselt die Perspektive zu James, dort wird aber aus der Sicht eines Erzähler erzählt. Dies fand ich etwas schade. Der Schreibstil hat mir so weit gut gefallen. Das Buch lies sich gut lesen. Die Wortwahl passte zu einer Gruppe von Jugendlichen. Leider schaffte es die Autorin nicht, mir die Emotionen der Charaktere richtig nahe zu bringen. Das Thema Krebs und Sterben ist natürlich ein sehr trauriges Thema, welches einen leicht emotional aufwühlen kann. Doch für mich waren die Ausführungen oft nicht ausreichend und die Zeitsprünge zu lange. Ich hatte öfters das Gefühl, etwas nicht mit bekommen zu haben. Dinge wurden angesprochen, verliefen sich dann aber wieder. Gegen Ende wird es dann so richtig traurig. Aber für mich wirkte es leider zu gewollt. 

Mein ganzes Leben lang hatte ich so getan, als wäre Schmerz eine Art Nebenwirkung des Lebens. 
Dass er einfach dazugehört und man ihn in Kauf nehmen musste.
Seite 17

Zu den Charakteren. Jesslyn, die Protagonistin war mir gleich sehr sympathisch. Sie spricht aus was sie denkt und macht einfach ihr eigenes Ding. Wie sie dann ihre Situation meistert, fand ich auch ganz toll. Sie ist sehr stark, aber auch frech und dickköpfig.  Die anderen Charaktere in dem Buch waren für mich nicht so greifbar. Die Autorin hat ihnen zwar einige Eigenschaften verpasst, aber da fehlte einfach etwas. Aber bei so wenig Seiten ist eine größere Charakterisierung auch schwer.


Die Geschichte umfasst nur 288 Seiten. Und dies war für mich eindeutig zu kurz. Die Idee und auch der Entwurf der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Doch vieles ging einfach zu schnell. Mir fehlten Aufklärungen und Begründungen. Warum hilft ein Arzt, der jeden Tag mit sterbenden Menschen zu tun hat, ausgerechnet ihr in seiner Freizeit. Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus. Was genau war da mit der Schwester und was mit der Vorstrafe. Um nur ein paar Dinge zu erwähnen, die für mich nicht ganz rund waren. Die Geschichte an sich ist schön, doch das Gerüst fehlte mir. Die Substanz.


 
Ein trauriges und emotionales Thema.
Die Geschichte war für mich nicht ganz rund, ein paar Seiten mehr und die Geschichte wäre großartig geworden.


http://weinlachgummis.blogspot.de/p/danke.html





Kommentare:

  1. Hi Tanja!

    So, da bin ich. Ich fand es ja bei James Perspektive etwas schade, dass er so mittendrin auf einmal eingeführt wurde und dann immer nur so selten mal kam. Das wirkte so willkürlich. Ich hatte den Eindruck, dass das nur dafür da war, damit wir Leser ihn und seine Geschichte kennen lernen. Aber das hätte er Jess dann auch genausogut erzählen können.
    Mit den Begründungen hast du recht. Ich konnte z.B. nicht nachvollziehen, warum James jetzt genau Jess so liebt und so stur und felsenfest bei ihr bleiben möchte. Liebe auf den ersten Blick? Wegen seiner Schwester? Warum tut er alles für sie, obwohl sie sich so kurz nur kennen? Das war für mich einfach nicht so glaubwürdig. Auch was du über die Ärzte und Schwestern sagst: warum helfen sie ausgerechnet ihr? Es gibt ja auch so viele andere Patienten.

    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Hallo Laura,
      Danke fürs vorbei schauen :-)

      Genau den Eindruck hatte ich auch. Durch den gewählten Erzählstil bei James wirkte es auf mich gleich distanzierter. Als wollte die Autorin ihn nur etwas anschneiden. Ich dachte mir auch, dass es an seiner Schwester liegt. Aber dafür fehlten mir dann Infos. Was ist passiert und so weiter.

      Ich glaube als Geschichte auf Wattpad, wo man immer nur kleine Kapitel, Stück für Stück liest hat die Geschichte besser funktioniert. Nun als Buch, wenn man alles am Stück liest, merkt man, wie oft da was fehlt. Was ich wirklich schade finde, den bei der Seitenzahl wäre durchaus noch etwas gegangen.

      Liebe Grüße
      Tanja

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Manchmal braucht meine Antwort etwas , aber sie kommt ^^