Samstag, 18. März 2017

[Rezi] Rat der Neun - Gezeichnet von Veronica Roth

Buchinfos:

ISBN:  9783570164983
Seiten: 608
Format: Hardcover
Verlag: Cbt
Übersetzer: Petra Koob-Pawis, Michaela Link
Erscheinungsdatum: 17.01.2017
ab 14 Jahren
Preis: 19,99  € (D) Kaufen

Reihe:  Rat der Neun
Band 1:Gezeichnet
Band 2: ?

Klappentext:
In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …

Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …
Quelle

 
Nachdem ich die Bestimmung Trilogie von Veronica Roth gelesen und leider gerade gegen Ende nicht sehr überzeugend fand. War ich sehr gespannt auf ihre neue Reihe. Aber auch kritisch, da mir der Science-Fiction Bereich nicht sehr liegt. Kurz um, meine Erwartungen waren gering, aber die Neugier hat gesiegt, zum Glück, denn mit diesem Buch hat mich die Autorin positiv überrascht.

Jemanden weiter zu lieben, für den es keine Hilfe mehr gab, keine Rettung - 
das konnte nichts anderes als Wahnsinn sein. 
Seite 223

Ich bin froh, dass das Original Cover beibehalten wurde. Es ist zwar schlicht, aber auch sehr aussagekräftig. Hätte man nun noch den Original Titel Carve the Mark übernommen, würde es perfekt passen. Der Rat der Neun kommt im Buch kaum vor, aber Carve the Mark hätte richtig gut gepasst. Zumal man auf dem Cover diese Schnitte sieht.


Zum Inhalt: Jeder Mensch besitzt eine besondere Lebensgabe, diese offenbart sich mit der Zeit und passt zu der jeweiligen Person. Schicksale hingegen bekommen nur besondere Menschen. Dieses Schicksal wird von einem der Orakel offenbart und ist vorherbestimmt. Cyra und Akos sind zwei solche besonderen Menschen mit einem Schicksal. Beide treffen im Verlauf der Handlung aufeinander und müssen sich arrangierenn um an ihr Ziel zu kommen. Ob dies gelingt, entstammen sie doch zwei verfeindeten Völkern. 

Der Schreibstil von Veronica Roth hat mir hier sehr gut gefallen. Zu Beginn erklärt sie so einiges, sodass man erschlagen wird und sich wirklich konzentrieren muss. Ich habe die ersten 20 Seiten zweimal gelesen, um es wirklich zu verstehen. Die ganzen fremdartigen Namen machen es zu Beginn nicht leichter. Sowie die ganzen Eigenbegriffe, für diese befindet sich am Ende ein Glossar und auch eine Karte der Galaxie. Aber wenn man den schweren Einstieg erst mal geschafft hat, bekommt man eine richtig tolle Geschichte geliefert. 

Alle Menschen sind gewalttätig. Einige widerstehen dem Impuls, einige tun es nicht. 
Besser, du akzeptierst es und nutzt es, um dein Wesen zu erkenne, statt dich selbst zu belügen.
Seite126

Zum Aufbau: Das Buch ist in 4 große Teile unterteilt. Und in diesen dann in mehrere Kapitel. Im ersten Teil ließt man nur von Akos und im Verlauf dann auch aus der Sicht von Cyra. Die Kapitel wechseln sich dabei unregelmäßig ab. Die Kapitel von Cyra haben mir dabei besser gefallen, da ich sie interessanter fand aufgrund ihrer Familie und ihrem Handlungsort. Gefallen hat mir auch, dass die Kapitel von Cyra aus der Ich-Perspektive erzählt waren, die von Akos hingegen von einem Erzähler. So konnte man beide beim Lesen sehr gut unterscheiden. Die Autorin blickt auch immer mal wieder zurück, sodass man das Handeln der Charaktere besser verstehen kann.


Die Charaktere im Buch fand ich richtig toll. Ich muss gestehen, dies hätte ich Veronica Roth gar nicht zu getraut. Cyra war mir sehr sympathisch. Sie ist eine sehr starke junge Frau. Aufgrund ihrer Gabe leidet sie unter starken Schmerzen. Diese schwarzen Schmerzen durchlaufen ihren Körper wie Adern, die manchmal hervor drehten. Diese Vorstellung war sehr eindrucksvoll. Immer wenn sie jemanden berührt, fährt dieser Schmerz auch in diese Person. Man kann sich vorstellen, wie hart es sein muss, nie jemanden berühren zu können und permanent Schmerzen zu haben. Akos ist sozusagen der gute Charakter, weich und auch gutmütig. Aber nicht auf eine langweilige oder übertriebene Art. Er hasst es zu töten und doch weiß er, was nötig ist. Er und Cyra ergeben einen schönen Kontrast. Er der an das Gute im Menschen glaubt und trotz aller Widrigkeiten seinen Bruder nicht aufgibt und Cyra, die glaubt sie sei ein Monster. Wo wir bei Monster sind, Ryzek ist der Bruder von Cyra und ihn fand ich sehr interessant. Ich mochte es, wie die Autorin ihn nicht als absolut böse darstellt, sondern auch zeigt, er wurde nicht so geboren sondern so gemacht. Er ist absolut kein Sympathieträger, aber ich mochte ihn auf eine gewisse Art und Weise.  Es gab noch viel mehr interessante Nebencharaktere.

Ich bin ein Shotet. 
Ich bin scharf wie zersplittertes Glas und genauso zerbrechlich.
Seite 290

Zur Handlung: Die Idee der Autorin und der ganze Weltenentwurf hat mir sehr gut gefallen. Klar es ist doch recht komplex und manchmal etwas langwierig alles zu verstehen, aber eine ganze Galaxie zu schaffen, sodass der Leser sich alles auch richtig vorstellen kann, ist nicht so einfach.  Aber dies ist zumindest bei mir gelungen. Und dabei mag ich Weltraumgeschichten eigentlich nicht. Die Idee mit dem Schicksal hat mir sehr gefallen. Wobei ich wirklich nicht verstanden habe, wieso der Rat der Neun diese offenbart hat.  Die ganzen Sitten und Traditionen, die sich die Autorin ausgedacht hat, machten die Geschichte für mich umso besser und greifbarer. Zum Beispiel die Sache mit den Tötungsmalen, zuerst wirken sie abstoßend, doch dann erfährt man, was wirklich dahinter steckt. Genauso wie beim Volk der Shotet ( Ich weiß klingt komisch, aber man gewöhnt sich dran) zuerst sieht man nur das barbarische, doch wenn sie mehr beleuchtet werden, konnte zumindest ich ihre Kultur viel besser verstehen.


 
Bei diesem Buch fällt es mir schwer mich kurz zufassen, da die Geschichte so viel beinhaltet.
Der ganze Weltenentwurf wirkt gut durchdacht und komplex.
Brutal, aber auch mit Tiefgang, den ich so nicht erwartet hätte.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, sind sie doch vielschichtig und schön gezeichnet.
Es gab manchmal eher ruhige Passagen, die empfand ich aber nicht als zäh, nur der Anfang war schwer.
Ich bin wirklich positiv überrascht.



http://weinlachgummis.blogspot.de/p/danke.html

Kommentare:

  1. Hallo Tanja,

    ich kann dir nun zustimmen. Ich höre mir die "Rat der Neun" gerade an und bin ungefähr bei der Hälfte. Veronica Roth hat hier wirklich tolle und sehr unterschiedliche Charaktere entworfen, die einzeln betrachtet sehr interessant sind und so für ein rundes Gesamtbild sorgen. Zwar "erschlägt" einen der Anfang etwas, doch ich hatte es mir nach ein paar gelesenen Rezensionen schlimmer vorgestellt. Ich freue mich auf jeden Fall auf die zweite Hälfte.

    Liebe Grüße,
    Uwe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Uwe,
      ich freue mich, dass es dir gefällt und du den Anfang nicht so schlimm fandest. Für mich wurde es immer besser und spannender :-) Wünsche dir noch schöne Stunden mit dem Hörbuch.
      Liebe Grüße
      Tanja

      Löschen
  2. Huhu,
    oh nachdem ich gerade 2 negative Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, ist es doch toll zu sehen, dass es dir gut gefallen hat. Es steht doch auf meiner Wunschliste sehr weit oben. Ich hoffe ja, dass es mir nicht zu Fantasy mäßig oder verworren wird, aber ich bin einfach zu neugierig und ich finde es schön zu hören, dass es auch Tiefgang hat. Nach deiner Rezi bin ich jetzt wieder sehr gespannt auf das Buch.

    Viele Grüße, Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Julia,
      da gehen die Meinungen wirklich auseinander. Ich freue mich, dass du trotzdem noch Lust auf das Buch hast. Ich persönlich fand es nicht so verworren, eher komplex, man muss sich schon etwas konzentrieren, um in die Welt rein zu finden. Aber wenn man dann drinnen ist, lohnt es sich :-)
      Bin gespannt, wie du es dann findest.
      Liebe Grüße

      Löschen

Ich freue mich über eure Kommentare :-)
Manchmal braucht meine Antwort etwas , aber sie kommt ^^