Freitag, 20. Juli 2018

[Rezi] Spinster Girls – Was ist schon normal? von Holly Bourne

Buchinfos:

ISBN: 9783423717977
Seiten: 416
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 20.07.2018
Preis:  10,95 € (D) Kaufen (Werbung gem. TMG)


Klappentext:
Wir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem. Wir sind die Spinster Girls!
Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen?
Quelle  (Werbung gem. TMG)

 


Was ist schon normal? Eine Frage, die für Evie sehr wichtig ist, denn sie ist es in ihren Augen nicht und wohl auch nicht in den Augen der groben Maße. Doch was ist schon normal, wer darf das festlegen? Evie leidet an Zwängen und Ängsten. Ein Thema, welches ich sehr interessant finde und die Umsetzung hier ist wirklich gelungen. Ich habe Evie ihre Krankheit 100 prozentig abgekauft und zum Teil wurde die Atmosphäre so bedrückend und spannungsgeladen, ihr Wunsch sich zu waschen so groß, sodass ich als Leser mit ihr mitgelitten habe. Dieses Verlangen von ihr war so mächtig, der Zwang so groß, und auch wenn es falsch war, wollte ich nur, dass diese Last von ihr fällt. 

Der Beginn der Geschichte war klasse, viel Humor und Witz und Ehrlichkeit. Evie berichtet uns sehr direkt und authentisch von ihrer Erkrankung, ich war begeistert. Dann kam Oli auf die Bildfläche und ich musste ihn einfach mögen, ich meine Donnie Darko ist sein Lieblingsfilm und auch seine zwei anderen Favoriten liebe ich, ja Filme verbinden^^. Und genau deswegen büßte Evie dann einige Sympathiepunkte bei mir ein. Sie hat etwas gemacht, was ich überhaupt nicht gut finde, sie hat dafür gesorgt, dass andere über Oli lachen. Nach dieser Szene fiel es mir eine Weile schwer Evie zu mögen.

Nun kam dann auch das Thema Feminismus in der Geschichte dazu. Was mir persönlich an dieser Stelle etwas zu viel war. Wir hatten Evie mit ihren Ängsten und Zwängen und Jungs, immer wieder Jungs und nun noch das Thema Feminismus, mit Aussagen wie "Alle Jungs sind bescheuert". Noch dazu wurde ständig getrunken, vielleicht habe ich zu viele amerikanische Bücher gelesen, aber 16 Jährige, die sich andauert und ohne Probleme betrinken, was völlig in Ordnung ist im Buch, fand ich nicht gut und auch befremdlich. Im Mittel Teil des Buches habe ich mich über einiges geärgert und hätte es am Liebsten abgebrochen.

Zum Glück habe ich dies aber nicht, denn im letzten Drittel wurde es wieder richtig gut. Die Fronten unter den Mädchen haben sich geklärt und ich hatte das Gefühl, dass manche nun toleranter dargestellt wurden. Und auch die Mutter von Evie hat sich gefangen. Und auch das Thema Feminismus wurde besser rüber gebracht, besonders die Aussage im Bezug auf physische Erkrankungen hat mir gefallen. Und auch, wie den Mädchen bewusst wurde, dass sie zwar von Jungs fordern, sie nicht nach ihrem Aussehen etc. zu beurteilen, sie es aber im Gegenzug bei den Jungs machen.



 
Was ist schon normal?
Starker Anfang, witzig und authentisch berichtet Evie über ihre Ängste und Zwänge.
Mittig ging es mir dann zu viel um Jungs und das Thema Feminismus in Kombi mit Evies Erkrankungen und den ganzen Jungs war es mir zu viel.
Das letzte Drittel war dann wieder stark, es gab hier so viele tolle Aussagen in Bezug auf das Normalsein, aber auch über Feminismus.
Würde ich das Buch trotz meinem genervt sein in der Mitte empfehlen? Ja.



https://weinlachgummis.blogspot.de/p/danke.html





2 Kommentare:

  1. Hallo :)

    Über das Buch bin ich in letzter Zeit, vermutlich aufgrund des sehr ansprechenden Covers, schon öfter gestolpert, deshalb wollte ich jetzt endlich mal wissen, worum es geht :) Das Thema "Ängste & Zwänge" hätte ich dahinter aber nicht vermutet, aber schön, wenn es gut umgesetzt wurde. Ich stehe dem ja immer etwas kritisch gegenüber, weil ich selbst in einer Klinik arbeite und dann natürlich immer besonders genau hinschaue, wie psychische Erkrankungen umgesetzt wurden :)
    Das mit dem Feminismus finde ich auch eine tolle Sache, aber schade natürlich, dass es in diesem Fall neben den ganzen restlichen Themen etwas "too much" war.

    Ich werde mir sicher noch die eine oder andere weitere Meinung zu dem Buch durchlesen, aber du hast mich sehr neugierig auf das Buch gemacht :)

    Liebe Grüsse ♥
    paperlove von Between the Lines.

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    1. Hallo und Herzlich Willkomen auf meinem Blog :)

      ich habe selbst auch in einer Psychiatrie, aber nicht in direkt in der Pflege, bekomme dort aber auch so einiges mit. Kann also gut verstehen, wieso du da immer etwas kritischer bist.
      Hier hatte ich wirklich das Gefühl, die Autorin hat sich gut mit dem Thema auseinander gesetzt.

      Liebe Grüße

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