Dienstag, 18. September 2018

[Rezi] Kompass ohne Norden von Neal Shusterman

Buchinfos:

ISBN: 9783446260467
Seiten: 352
Format: Hardcover
Verlag: Hanser Verlag
Übersetzer: Ingo Herzke
illustriert von Brendan Shusterman
Erscheinungsdatum: 20.08.2018
Preis: 19,00  € (D) Kaufen (Werbung gem. TMG)




Klappentext:
Einfühlsam, umwerfend, außergewöhnlich – Neal Shustermans Roman über Schizophrenie aus der Sicht eines Betroffenen, ausgezeichnet mit dem National Book Award
Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.
Quelle  (Werbung gem. TMG)

 

Ich liege auf dem Bett und warte darauf, dass die Welt untergeht.
Seite 300


Ich war sehr gespannt auf Kompass ohne Norden, nicht nur weil es von einem Jungen mit der Diagnose Schizophrenie handelt. Sondern auch weil ich von Neal Shusterman Scythe gelesen hatte und es richtig genial fand. Da habe ich mich gefragt, ob der Autor auch ein Jugendbuch mit so einem schwierigen Thema schreiben kann. Er kann. Gleich das Vorwort macht deutlich, er weiß wovon er schreibt. So hat sein Sohn Brendan, von dem auch die Zeichnungen im Buch sind, ihn erst auf die Idee zu der Geschichte gebracht Viel von dem wie Brandan sich damals gefühlt hat bzw. seine Umgebung wahrgenommen hat, sind in das Buch mit eingeflossen. 

Caden ist beliebt, er designt mit seinen Freunden ein Videospiel in der Freizeit und zeichnet gerne, alles ganz normal. Bis sein Verstand nicht mehr mitspielt. Immer öfter befindet er sich auf einem Schiff, mit einem Kapitän der ihm nichts gutes will. Der Papagei warnt ihn zwar, doch wem kann er noch vertrauen? Und auch in der Schule ist da dieser Junge, der schaut ihn so komisch an, bestimmt will er ihn umbringen. Und auch der Blick von der Frau auf der anderen Straße, sie plant etwas, vielleicht will sie das Haus seiner Familie anzünden. Caden kommt dem Abgrund immer näher. Gefangen in seinem Kopf und doch nicht mehr in sich selbst.

Früher hatte ich Angst zu Sterben.
Jetzt habe ich Angst, nicht zu leben.
Seite 188

Zunächst hatte ich Probleme mit der Erzählung auf dem Schiff. Ich komme mit Geschichten in Geschichten nicht gut klar, der Bezug zur Krankheit und der Psychiatrie war mir zwar schnell klar, doch tat ich mich da lange schwer. Dies ist auch der Grund, wieso das Buch nicht die volle Punktzahl bekommt. Mit der Zeit kam ich auch in diese Geschichte rein. Wie die Krankheit als Kapitän dargestellt wurde, hat mir sehr gut gefallen. 

Die Zeichnungen im Buch, welche von dem Sohn von  Neal Shusterman stammen, haben das ganze untermauert und zur Authentizität beigetragen, da Caden auch viel und gerne zeichnet. Allgemein empfand ich das Buch als sehr authentisch. Ich arbeite selbst in einer Psychiatrie und hatte auch schon mit ein paar  schizophrenen Menschen zu tun. Im Berufsleben muss man da oft eine starke Mauer ziehen, um sich selbst zu schützen. Im Gegenzug  konnte ich mich hier auch emotional auf Caden und seinen Leidensweg einlassen. Seine Geschichte hat mich sehr berührt. Er ist ein intelligent und lieber Junge, der auf seine Art auch versucht den anderen Jugendlichen in der Psychiatrischen Einrichtung zu helfen. 

...und mir geht auf, dass die Dunkelheit das Licht lieben muss.
Und doch muss eins das anderen immer töten.
Seite 272

Neal Shusterman wollte mit diesem Buch Betroffenen und Angehörigen Mut machen und Hoffnung geben. Und auch aufklären,denn Aufklärung ist so wichtig. Man sollte meinen Psychische Erkrankungen seien heutzutage kein Tabuthema mehr, und doch herrscht da noch so viel Unwissenheit und Vorurteile. Weswegen ich dieses Buch sehr wichtig finde.


 
Wenn du deinem eigenen Verstand nicht mehr trauen kannst, wem dann?
 Neal Shusterman erzählt auf eine gefühlvolle und authentische Art die Geschichte von Caden.
Sein Leidensweg hat mich sehr berührt.
Und ich werde das Buch nicht so schnell vergessen.
Neal Shusterman wollte mit diesem Buch Mut und Hoffnung verbreiten und auch Aufklären.
Ein wichtiges Buch.


https://weinlachgummis.blogspot.de/p/danke.html




Kommentare:

  1. Hallo Tanja,

    das Buch möchte ich auch lesen, da ich sehr neugierig bin, wie Neal Shusterman dieses Thema angegangen ist.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,
      da war ich auch sehr neugierig drauf und da er es so zu sagen aus erster Hand hat, wirkt alles sehr authentisch :)

      Liebe Grüße

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  2. Hey Tanja,

    eine schöne Rezension und ohne dich wäre ich auf dieses tolle Buch gar nicht aufmerksam geworden! Ich werde es definitiv im Auge behalten, da ich das Thema sehr wichtig finde und ich die Bücher des Autors sehr gerne mag!

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,
      ja das Buch geht so ein bisschen unter finde ich , obwohl es von einem so bekannten Autor stammt. Was echt schade ist, weil Aufklärung was Psychische Erkrankungen angeht so wichtig ist und der Autor ist da durch seinen Sohn echt gut informiert, sodass es sehr authentisch wirkt.

      Liebe Grüße

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