Dienstag, 26. Januar 2021

[Rezi] Concrete Rose von Angie Thomas

[Werbung] Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 


Buchinfos:


ISBN: 978-3-570-16605-5
Seiten: 416 
Format: Hardcover
Verlag:  cbj
Übersetzer: Henriette Zeltner-Shane
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: Band  0 / Vorgeschichte
Erscheinungsdatum: 25. Januar 2021
Preis: 20 € (D) Kaufen (Werbung gem. TMG)

Klappentext:
Der 17-jährige Maverick weiß aus bitterer Erfahrung: Man ist verantwortlich für die eigene Familie. Als Sohn eines Vaters, der im Knast sitzt, dealt er für die King Lords, damit er und seine Mutter über die Runden kommen. Das Leben ist zwar nicht perfekt, aber seine Freundin und sein Cousin Dre machen es erträglich. Doch als Mav erfährt, dass er Vater geworden ist, steht seine Welt Kopf. Sein Sohn Seven ist vollständig auf ihn angewiesen. Schnell begreift Mav, dass er nicht alles unter einen Hut bekommt: den Schulabschluss zu machen, sich um Seven zu kümmern und zu dealen. Der Ausweg: auszusteigen aus dem Gangleben. Doch die King Lords lassen keinen der ihren einfach so ziehen. Und als ein wichtiger Mensch in Mavericks Leben ermordet wird, steht er vor einer Zerreißprobe zwischen Verantwortung, Loyalität und Rache ...
Quelle  (Werbung gem. TMG)

 

Dies ist mein drittes Buch von Angie Thomas. Da mich »The Hate U Give«  so wie »On the Come Up« begeister haben, wollte ich unbedingt auch ihr neustes Werkt lesen und war sehr gespannt.  Leider konnte mich »Concrete Rose« in der Summe nicht so begeistern wie seine Vorgänger.  Doch nun erst einmal zur Story.

Maverick ist 17 Jahre alt und lebt bei seiner Mutter, der Vater sitzt schon seit 10 Jahren im Gefängnis. Da sein Vater früher der Anführer der King Lords war, ist Mav zum schützt vor der rivalisierenden Gang auch in die King Lords eingedrehten. Dort hat er seine Homies und fühlt sich wohl, ein bisschen Gras verkaufen, Streetball spielen und das Leben genießen. Dies ändert sich schlagartig als der kleine Seven in sein Leben tritt. Nun dreht sich alles um seinen Sohn, dieses kleine Wesen, das seine volle Aufmerksamkeit fordert. Und Mav fragt sich, wie soll er das alles schaffen, Vater sein, Schüler, Arbeiter und selbst noch ein Teenager und dann noch Gang Mitglied. 

So entsteht recht schnell ein Konflikt innerhalb von Mav, aber auch von außen her. Denn seine alten Gangfreunde ziehen ihn auf oder dissen ihn sogar als Feigling und Softy. Doch ist dies Mav überhaupt noch wichtig? Ansehen und coole Kleidung, alles rückt mehr in den Hintergrund. Doch innerlich kämpft er. Da wäre sein altes Ich und dann das neue Ich und das Zukunfts-Ich, welches so perspektivlos scheint, aber trotzdem gibt Mav nicht auf. 

Zunächst fand ich das Glossar am Ende, in dem die Wörter erklärt wurden, sehr praktisch und ich habe es immer wieder genützt. Das Cover passt super zu den Vorgänger Bänden und zusammen im Regal machen sie bestimmt einiges her.

Die Geschichte spielt 1998, was ich sehr angenehm fand. Es war eine kleine Zeitreise, Clinton wurde als amtierender Präsident erwähnt und Mav hat einen Piepser, Handys waren noch eine Seltenheit. Das Gefühl der damaligen Zeit hat Angie Thomas  gut rübergebracht. Auch gab es den ein oder anderen humorvollen Seitenhieb auf die Zukunft bezogen, was mich zum Schmunzel gebracht hat.

Mav ist ein Protagonist der eine starke Entwicklung an den Tag legt. Auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt, was nur realistisch ist, entwickelt er sich immer weiter und reift an seinen Aufgaben. Sein Leben mit Seven wurde sehr authentisch dargestellt, so wird seine Rolle als Vater nicht verklärt aufgezeigt, sondern als das was es ist, verdammt hart und nur einen Sprung vom Zusammenbruch entfernt. Mir gefiel es, dass hier keine falsche Perfektion vorgelebt wurde.

Allgemein sind die Bücher von Angie Thomas authentisch und realitätsnah geschrieben. Das Thema Rassismus schwingt auch hier wieder mit. Wobei ich die Gewichtung dieses Mal als nicht so stark wahrgenommen habe. Die persönliche Entwicklung von Mav steht im Vordergrund und seinen Spagat zwischen Gangmitglied und Vater. Dabei lernt man auch seine Familie und Freunde besser kennen. Doch gab es dieses Mal keinen Lieblingscharakter bei mir, niemanden der mich völlig für sich einnehmen konnte.

Ich habe etwas den Spannungsbogen vermisst, bei ihren anderen Büchern hing ich nur so an den Seiten. Auch wenn nichts Spannendes passierte, war ich gefesselt. Dem war hier leider nicht so und ich habe mich dabei ertappt, wie ich das Buch immer wieder auf die Seite gelegt habe. Außerdem fehlte mir Stellenweise die Handlung, ich hatte das Gefühl die Geschichte plätschert vor sich hin. Aber wo sie hinführt, diese klare Linie fehlte mir. Auf der einen Seite finde ich es angenehm, dass die Autorin nicht auf ein künstliches Drama zurückgegriffen hat oder übertriebene Story Elemente eingebaut hat. Aber irgendwie hat mir das besondere Extra gefehlt.

Der schwache Spannungsbogen in Kombination mit dem roten Faden, der mir gefehlt hat, macht das Buch leider zu dem schwächsten von Angie Thomas bis dato für mich. Das Ende konnte es dann leider auch nicht mehr herausreißen, auch wenn es ein kleiner WFT Moment war. Was aber auch daran lag, dass ich ziemlich auf dem Schlauch stand. Trotzdem hat so die Geschichte nochmal mehr Sinn ergeben, aber für ein Lesehighlight wie die Vorgänger Bücher von Angie Thomas hat es dann leider nicht gereicht. 


 
Ich bin ein großer Fan von Angie Thomas, »The Hate U Give«  so wie »On the Come Up«  habe ich geliebt.
Doch leider kommt »Concrete Rose« für mich nicht an diese heran.
Mir fehlt ein konstanter Spannungsbogen und Story Elemente, die Geschichte dümpelte zu oft vor sich hin.
Doch das Buch ist keineswegs schlecht. 
Mit Mav hat die Autorin einen interessanten und starken Charakter geschaffen, der im Verlauf des Buches eine starke Entwicklung an den Tag legt.
Und es hat durchaus Spaß gemacht ihn auf seinem Werdegang zu begleiten.
Authentisch und realistisch wurde sein Spagat zwischen, Gang Mitglied, Schüler, Geldverdiener und Vater sein dargestellt und das alles als Teenager. 
Ich hätte mir nur mehr Handlung gewünscht, abseits von Mavs Alltag und seiner Persönlichkeitsentwicklung.
Auch Themen wie Rassismus, LGBT+, Teenagerschwangerschaft, Drogen, Trauerbewältigung, Freundschaft, Familie und Armut finden ihren Platz in der Geschichte.


https://weinlachgummis.blogspot.de/p/danke.html



2 Kommentare:

  1. Hallo Tanja,

    ich war sehr gespannt, wie dir die Geschichte gefallen würde, da ich so meine Bedenken dieses Mal hatte. Wie du weißt, haben wir die beiden voran gegangenen Bücher von Angie Thomas sehr begeistern können. Doch irgendwie hatte ich bei "Concrete Rose" ein merkwürdiges Bauchgefühl, welches sich nach dem Lesen deiner Rezi bestätigte. Daher werde ich das Buch, obwohl du schreibst, dass dir die Entwicklung und Darstellung von Mav gefallen hat, nicht lesen. Trotzdem werde ich die Autorin im Auge behalten und bin gespannt, was sie als nächstes schreiben wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,
      ich kann deine Entscheidung gut verstehen und vielleicht ist ihr nächstes Buch dann wieder mehr etwas für dich. Ich hoffe zumindest auch, dass mich und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie noch mehr schreiben wird, ihr nächstes Werkt wieder völlig überzeugen kann.

      Liebe Grüße

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